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Filmbesprechungen

Brennpunkt Brooklyn

Originaltitel: The French Connection
Alternativtitel: French Connection – Brennpunkt Brooklyn

USA 1971 • Regie: William Friedkin • Drehbuch: Ernest Tidyman nach dem Buch von Robin Moore • Kamera: Owen Roizman • Schnitt: Gerald B. Greenberg • Musik: Don Ellis • Produktion: Philip D’Antoni für Twentieth Century Fox • Deutscher Verleih: Twentieth Century Fox

Besetzung

  • Gene Hackman als Detective Jimmy „Popeye“ Doyle
  • Roy Scheider als Detective Buddy Russo
  • Fernando Rey als Alain Charnier
  • Tony Lo Bianco als Sal Boca
  • Marcel Bozzuffi als Pierre Nicoli

Filmbesprechung

„Brennpunkt Brooklyn“ gehört zu den prägendsten Polizeifilmen der frühen 1970er-Jahre. Neben Werken wie „Bullit” (1968) und „Dirty Harry” (1971) markiert William Friedkins Film einen entscheidenden Schritt hin zur Modernisierung des Genres. Die moralisch ausgerichteten Kriminalfilmhelden haben hier ausgedient. Die Detectives Doyle und Russo arbeiten auf der Straße, in schäbigen Bars, auf zugigen Bahnsteigen und in ungemütlichen Hinterzimmern. Vor allem Doyle schimpft, prügelt und schickaniert sich durch den Streifen. Ihre Gegner aus Mafiakreisen hingegen, das betrifft vor allem den französischen Drahtzieher Alain Charnier, bewegen sich in den besten Restaurants, Hotels und Villen. Dieser soziale Kontrast verleiht dem aufkeimenden Duell zusätzliche Schärfe.

Stilistisch ist „Brennpunkt Brooklyn“ bereits tief im New-Hollywood-Kino verankert. Friedkin verzichtet dabei nahezu vollständig auf Studioästhetik und setzt stattdessen auf Originalschauplätze, Handkamera und ein körniges Bild. Die dokumentarisch-nüchterne Anmutung, die Friedkin selbst unter anderem auf Einflüsse von Filmen wie „Z“ (1969) zurückführte, verstärkt den Eindruck eines realen, oft frustrierenden Ermittlungsalltags.

Trotz seiner berühmten Actionsequenzen, allen voran der legendären Verfolgungsjagd unter der Hochbahn, ist der Film kein reiner Actionthriller. Die Spannung entsteht durch Observation, das obsessive persönliche Engagement der Protagonisten und das permanente Gefühl, dass ihre auf wackligen Beinen stehende Rückendeckung jederzeit platzen könnte.

Grundlage des Films bildete Robin Moores Roman-Report über reale Ermittlungen gegen einen internationalen Schmugglerring, Teil der berüchtigten „French Connection”. Die tatsächlichen Detectives fungierten während der Dreharbeiten als Berater und sind sogar in kleinen Rollen im Film zu sehen. Zwar wird die Handlung für dramaturgische Zwecke verdichtet und zugespitzt, doch der authentische Kern bleibt spürbar.

Bei einem vergleichsweise niedrigen Budget avancierte der Film zum Kassenschlager und wurde bei den Academy Awards mit fünf Oscars ausgezeichnet, darunter für den besten Film, die beste Regie und Gene Hackman als besten Hauptdarsteller.

BRENNPUNKT BROOKLYN schafft es, dokumentarische Anmutung mit intensiver Spannung zu verbinden. Mit seiner kompromisslosen Figurenzeichnung, seiner besonderen Stilistik und besonderen Action-Momenten gehört er zu den zentralen Werken des Polizeifilm-Genres.

(Wertung: 5/5)